Deutsches Tabakpfeifenmuseum Oberelsbach
Das Museum

Der weithin sichtbare, herrschaftliche Bau ist um 1611 unter dem Würzburger Fürstbischof Julis Echter von Mespelbrunn (reg. 1573 bis 1617) anstelle eines baufällig gewordenen Vorgängerhauses errichtet worden. Von 1994 bis 1996 wurde die "Alte Schule" saniert und zum Ausstellungsgebäude umgebaut. Das Museum bietet anhand ausgewählter Exponate seiner umfangreichen, vom Landkreis Rhön-Grabfeld aus Privatbesitz erworbenen Tabakpfeifensammlung einen Überblick über die Geschichte des Rauchens in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert bis heute.

In neun Räumen auf zwei Stockwerken werden historische Tabakpfeifen von Herstellern des deutschsprachigen Raumes und Gegenstände der Rauchkultur des 17. bis 20. Jahrhunderts gezeigt. Im Erdgeschoss erhält der Besucher zunächst Auskunft über die älteste Anwendungsform des Tabakpflanze, Anbau und Verarbeitung zu Rauchtabak in Deutschland berichtet.

Schwerpunkt bildet eine Präsentation der wichtigsten Tabakpfeifenarten aus den Materialien Ton, Holz, Porzellan und Meerschaum in unterschiedlichen Grundformen und mit vielfältigen Dekoren als Auszier. Außerdem werden einige Herstellungszentren und deren Erzeugnisse vorgestellt. Das Pfeifenrauchen ist seit 1492, als Christoph Kolumbus Amerika und dessen Tabak genießende, indianische Ureinwohner entdeckte, bis heute durchgängige Tabakkonsumform. Daneben entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte bestimmte, jeweils zu ihrer Zeit dominierende Tabakgenussmoden, die in den folgenden Räumen dokumentiert werden.

Eine Porzellanpfeife mit der Darstellung Friedrich II. des Großen (1712 - 1786) deutet auf die im 18. Jahrhundert bevorzugte Tabakkonsumform hin: das Tabakschnupfen, Zigarrenpfeifen und - kisten, Zigarettenspitzen und- schachteln verweisen auf die vorherrschenden Rauchmoden des 19. bzw. des Jahrhunderts. Ein weiterer Ausstellungsabschnitt führt die Pfeifenherstellung am Beispiel einer Bruyéreholzpfeife und eine Gesteckpfeife mit Porzellankopf vor.

Das Obergeschoss des Museums ist dem Funktionswandel der Tabakpfeife vom Rauchgerät zum Standeszeichen und Erinnerungsstück im 19. Jahrhundert gewidmet.

Tabakpfeifen verschiedener Berufsgruppen wie z.B. der Soldaten, Studenten, Handwerker etc., aus dem Besitz von Vereinen und Souvenirpfeifen im Sinne von Reiseandenken belegen diese Entwicklung. Ein inszeniertes Herren- oder Raucherzimmer veranschaulicht den Ort der bürgerlichen Rauchkultur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im häuslichen Umfeld.

Anschließend wird das Thema "Der Pfeifenraucher im Bild" beleuchtet. Graphische Darstellungen von Pfeifenrauchern bei dieser ihrer Tätigkeit charakterisieren diese als nahezu vollendete Genießer. Häufig zeigen die Abbildungen den Pfeifenraucher beim gleichzeitigen Konsum anderer Genussmittel. Dazu zählen vor allem Kaffee und Bier.

Aber auch angenehme Freizeitbeschäftigungen wie das Spazieren gehen, Lesen, Kartenspielen und Musizieren sind in Kombination mit dem Pfeifenrauchen zu beachten. 

Tabakwarenreklame, vom Katalog über die Zeitungsannonce bis hin zum emaillierten Blechschild und zu Zigarettenschachtel in Übergröße, runden die Ausstellung ab.



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